Aus der Not geboren – für die Zukunft aufgestellt
Das war die Geburtsstunde der Interessengemeinschaft Deutzer Freiheit e.V., einem Zusammenschluss von 60 Kaufleuten und Hausbesitzern, die in ihrer Gründungsversammlung Karin Gilbers zu ihrer Vorsitzenden wählten. Mit einer Unterschriftenaktion bei Kunden und Deutzer Bürgern trommelten die Händler für eine Rücknahme dieses unausgegorenen politischen Beschlusses. Das Ergebnis ihres Einsatzes waren 6.800 Unterschriften sowie ein offener Brief an den damaligen Oberbürgermeister Burger. Da lenkte die Stadt ein, die Pläne für eine Fußgängerzone wanderten in den Papierkorb und die Sperrung wurde aufgehoben. Die aus der Not geborene IG entwickelte sich in den folgenden Jahren immer mehr zu einer Werbegemeinschaft, die stets auch die wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder gegenüber Rat und Verwaltung mit Elan verfocht. Sichtbares Zeichen des Einsatzes der Deutzer Händler für ihren Standort war und ist die große Leuchtwerbung „Deutzer Freiheit – Einkaufstreff“ am Beginn der Deutzer Freiheit, zu 100 Prozent finanziert aus den Mitgliedsbeiträgen der Interessengemeinschaft und zahlreicher Spenden. In den folgenden Jahren wurden manche Schwierigkeiten überwunden. Über ein Jahr dauerte der Umbau der Deutzer Freiheit in eine Einbahnstraße, dem viele Parkplätze zum Opfer fielen. Leider bediente sich die Stadt Köln nicht des von der IG bezahlten Bauplans, den der bekannte Kölner Architekt BDA Dipl.-Ing. Walter von Lom für die IG erstellt hatte. Dieser Plan hätte einen harmonischen Umgang zwischen Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern auf einer gestalterisch, attraktiven Straße erlaubt. Aber die persönlichen Eitelkeiten einiger Lokalpolitiker ließen das nicht zu. Nach Fertigstellung der Arbeiten war Werbung für die Straße angesagt. 1986 wurde quer über die Deutzer Freiheit das bereits erwähnte Transparent installiert, das bis zum heutigen Tag in der dunklen Jahreszeit den Kunden den Weg auf unsere attraktive Einkaufsstraße zeigt. Für die auswärtigen Kunden und Messegäste brachte die IG den „Straßenführer Deutzer Freiheit“ mit Lageplan der Geschäfte und wichtigen Informationen zu Deutz heraus; auch mit der diesem Heft beigefügten vierten Auflage ein hochwillkommenes Aushängeschild der Gemeinschaft. Im Herbst 1987 veranstaltete die IG den „Deutzer Freiheit Künstlertreff“. In 50 Geschäften der Mitglieder stellten mehr als 30 in und ausländische junge Künstler ihre Werke in den Schaufenstern und Verkaufsräumen aus. Neben Malereien in den unterschiedlichen Stilrichtungen wurden Objekte, Töpfereien und Arbeiten neuer Art mit Papier und Kunststoff gezeigt. Das Motto der Aktion: Kunst und Kommerz. Erfolgreiche Werbung für Deutz
Im August 1990 war es dann soweit. Eine ganze Woche lang reihte sich eine Veranstaltung an die andere. Tagsüber auf der Deutzer Freiheit und abends auf der Rheinpromenade vor dem Hyatt. Eine große Gruppe Fahnenschwenker aus Mittelitalien unterhielten die Zuschauer mit ihren Künsten. In allen Schaufenstern wurden italienische Produkte angeboten, die Restaurants sorgten für exquisite italienische Gaumenfreuden und Preisausschreiben belohnten die Gewinner mit wertvollen Sach- und Verwöhnpreisen, bis zu Übernachtungen im Hyatt-Hotel. Das alles stand unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Republik Italien und des Oberbürgermeisters der Stadt Köln. Über 20.000 Festschriften im Zeitungsformat, verteilt in und um Deutz, luden die Besucher ein. In den kommenden Jahren wurden von der IG viele Aktivitäten entwickelt. Die beim Umbau der Straße aufgestellten mehr als 20 unschönen Baumkübel wurden aus Geldmangel vom Grünflächenamt der Stadt unzureichend bis gar nicht gepflegt. Der Anblick dieser Kübel war für jeden Besucher der Deutzer Freiheit ein Ärgernis. Der Vorstand beauftragte ein ortsansässiges Blumengeschäft mit der Pflege und brachte dafür in den folgenden Jahren fast 15.000 DM auf. Leider war die Gemeinschaft später finanziell nicht mehr in der Lage, diese Pflege aufrecht zu erhalten. Positive Entwicklung
In all diesen Jahren besuchten sowohl der Osterhase als auch im Dezember der Nikolaus die großen und kleinen Kunden der Deutzer Freiheit und beschenkten sie auf Kosten der IG mit süßen Leckereien. Als im Jahre 1999 das erste Straßenfest als Leistungsschau der IG Deutzer Freiheit stattfand und an zwei Tagen mehr als 150.000 Besucher auf die Straße lockte, wurde das der Beginn einer großen Erfolgsgeschichte. In diesem Jahr wird das elfte Mal auf der Deutzer Freiheit ein hochwertiges und vielseitiges Warenangebot mit Essen und Trinken, Musik und Darbietungen auf zwei Bühnen mit erweitertem Programm und Preisausschreiben - bei hoffentlich strahlendem Sonnenschein – die zahlreichen Besucher wieder erfreuen.
Die wirtschaftliche Entwicklung im Handel ab dem Jahr 2000 zwang die IG über mehrere Jahre auf die Hälfte der Mitgliedsbeiträge zu verzichten, was zu entsprechend, eingeschränkten Aktivitäten führte. Die knappen Mittel reichten nur noch für die notwendige Reparatur und ökologische Umrüstung der Weihnachtsbeleuchtung, was im Jahr 2004 zu Ausgaben von stolzen 21.500 Euro führte. Die Umstellung des Transparentes „Deutzer Freiheit – Einkaufstreff“ auf stromsparende LED-Leuchten kostete dagegen nur 3.200 Euro, weil unser Vorstandsmitglied Jens U. Schweitzer
beträchtliche, kostenlose Eigenleistungen für die IG einbrachte. Gute Aussichten für die ZukunftDie großen städtebaulichen Veränderungen in Deutz, die mit dem Bau des Triangle-Turms und der Constantinhöfe begannen und in diesem Jahr ihre Fortsetzung finden mit dem Einzug der Großunternehmen RTL und HDI Gerling in Deutschlands größten, zusammenhängenden Bürokomplex auf dem ehemaligen Messegelände werden nicht nur die Deutzer Freiheit, sondern unseren ganzen Stadtteil positiv beeinflussen. Darum beschloss der Vorstand der IG, künftig die Interessengemeinschaft auf ein breiteres Fundament zu stellen, um allen Ansprüchen sowohl der Kunden als auch interessierten Deutzer Bürgern gerecht zu werden. Diese neue Zweckbestimmung sollte sich auch in der neuen Namensgebung dokumentieren. Deshalb wurde die bisherige IG Deutzer Freiheit umbenannt in: Interessengemeinschaft Deutz für Handel, Gewerbe und Dienstleistung e.V.
Die Entwicklungen der jüngsten Zeit belegen es ganz deutlich: Deutz kommt! Wir wollen uns trotz Finanz- und Wirtschaftskrise der Zukunft mit Optimismus stellen. |

Im Juni 1985 beschloss die Stadt Köln, die Deutzer Freiheit für den Durchgangsverkehr zu sperren und in eine Fußgängerzone zu verwandeln.
Ebenfalls 1987 mietete die IG von den Kölner Verkehrsbetrieben für mehrere Jahre einen weißen Straßenbahnzug, der mit den Firmenlogos der Geschäfte auf der Deutzer Freiheit versehen, auf verschiedene Strecken durch Köln fahren sollte. Ein Hingucker und eine erfolgreiche, mehrjährige Werbung für die beliebte Einkaufsstraße. Am 25. Juli 1987 fuhren
alle Mitglieder der IG mit ihren Mitarbeitern stolz bei der Jungfernfahrt mit der „eigenen Straßenbahn“ durch Köln.
Als im Mai 1988 das erste Hyatt-Hotel Deutschlands direkt am Deutzer Rheinufer mit Blick auf Dom und Altstadt errichtet wurde, beschlossen der Vorstand der IG und der Generaldirektor des Hotels gemeinsam eine Großveranstaltung unter dem Titel „Ein italienischer Sommer in Deutz“ durchzuführen.
Ab 1998 bereitete sich die IG auf den Zuzug von 2.300 Mitarbeitern der Stadtverwaltung in das neue Technische Rathaus an der Kölnarena vor. Es ging darum, diese neuen Deutzer an ihrem noch fremden Arbeitsplatz zu begrüßen und sie mit ihrer Umgebung und dem Angebot der Deutzer Geschäfte vertraut zu machen. So bekamen alle „Neuen“ einen Veedelsführer und einen herzlichen Willkommensgruß. Bis heute sind die städtischen Mitarbeiter treue Kunden der Deutzer Freiheit und der umliegenden Geschäfte und Dienstleister.