Oper Köln - Die Soldaten - letzte Aufführung

Oper Köln - Die Soldaten - letzte Aufführung

Beginn der Veranstaltung: 18.00 Uhr

Die Soldaten im StaatenHaus in Köln-Deutz: Oper Köln bringt die Oper in vier Akten von Bernd Alois Zimmermann im Saal 1 auf die Bühne: Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Schauspiel von Jakob Michael Reinhold Lenz
Musik von Bernd Alois Zimmermann (1918 - 1970)

Begleitveranstaltung
Mit Kurzeinführung in Saal 3 ab 40 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Inhalt
Eine Oper, deren Uraufführung zu einem epochalen Ereignis wurde: Anlässlich des 100. Geburtstags von Bernd Alois Zimmermann zeigt die Oper Köln »Die Sol­daten«, jenes Werk, dessen Uraufführung in der Domstadt 1965 in der öffentlichen Wahrnehmung bis heute nachwirkend als das wohl bedeutendste Ereignis in der Nachkriegsgeschichte dieses Hauses gilt.
Der Realisierung des über mehrere Jahre hin entstandenen, kompositorisch hochkomplexen und in seiner
musiktheatrali­schen Konstruktion bahnbrechenden Meisterwerks hatten im Vorfeld viele Hinder­nisse und Bedenken entgegengestanden – bis hin zur zeitweiligen Ablehnung als »unaufführbar«. Umso schwerer wogen der weithin beachtete Premierenerfolg und die mittlerweile zahlreichen Inszenierungen und Deutungen in aller Welt.

Im Zentrum der Handlung – angesiedelt im französischen Flandern, »gestern, heute und morgen« –
steht Marie, die Tochter eines angesehenen Galanteriehändlers in der Regimentsstadt Lille. Ursprünglich dem Tuchhändler Stolzius zugeneigt, gerät sie an den Verführer Desportes, wird von diesem verlassen, lässt sich mit einem Haupt­mann ein, wird wieder verlassen, büßt ihren guten Ruf ein, wird Opfer einer Intrige und schließlich von einem Soldaten vergewaltigt, landet als Hure auf der Straße – am Ende, auf der Gasse bettelnd, wird sie selbst von ihrem eigenen Vater nicht mehr erkannt. Das Schlussbild des Werks ist apokalyptisch: Die Gestalten gefallener Soldaten ziehen in einer endlosen Kette vorüber, man hört Marschtritte, Exerzier­ befehle, Bombenabwürfe. Langsam senkt sich – so die szenische Anweisung –
die Atomwolke herab.

Die Besonderheit dieses überwältigenden Musiktheaterwerks ergibt sich aus seiner Form und der sie bestimmenden musikdramatischen Konzeption. In dieser offenbart sich Zimmermanns Idee einer »Kugelgestalt der Zeit«, bei der Vergangenheit, Gegen­wart und Zukunft als gleichzeitig stattfindend und untrennbar miteinander verknüpft zu verstehen sind. Nicht nur in der Simultaneität verschiedener szenischer Abläufe schlägt sich dieses gedankliche Konzept nieder, sondern auch in der Allgegenwart der Musikgeschichte, der Einbindung von musikalischen Stilen unterschiedlicher Epochen (Bach-­Choräle, Jazz­-Zitate, Tanz-­Rhythmen) – und in der kunstvollen Ver­mischung von Orchesterklang, Schlagwerkgruppen, elektronisch­-experimentellen Klang-­Zuspielungen sowie Film­ und Originalton-­Einblendungen.

Bernd Alois Zimmermann war kein Künstler im Elfenbeinturm, sondern immer auch wacher Zeitzeuge und kritischer Denker: Mit »Die Soldaten« traf er auch eine wesentliche inhaltliche Aussage, abgeleitet aus seiner sehr persönlichen Erfahrung von Weltkrieg und Propaganda, angesichts der ständigen atomaren Bedrohung und vor dem Hintergrund der von gesellschaftlichen Umbrüchen gekennzeichneten 1960-er Jahre. Dabei zeugt sein Werk von einer hellsichtigen, illusionslosen, geradezu schmerzhaft empathischen Wahrnehmung der Zeitläufte.

Inszenierung
Generalmusikdirektor François-­Xavier Roth steht am Pult, Regisseur Carlus Padrissa (La Fura dels Baus), Bühnenbildner Roland Olbeter und Kostümbildner Chu Uroz sind – nach »Parsifal« und »Benvenuto Cellini« – für die szenische
Um­setzung verantwortlich.

»Ach, ihr Wünsche junger Jahre seid zu gut für diese Welt!« (Marie, III. Akt)

Besetzung

  • Musikalische Leitung: François-Xavier Roth
  • Inszenierung: Carlus Padrissa (La Fura dels Baus)
  • Bühne: Roland Olbeter
  • Kostüme: Chu Uroz
  • Licht: Andreas Grüter
  • Choreografie: Mireia Romero Miralles
  • Video: Alberto de Gobbi, Marc Molinos
  • Klangregie: Paul Jeukendrup
  • Dramaturgie: Georg Kehren
  • Wesener, ein Galanteriehändler in Lille: Frank van Hove
  • Marie, seine Tochter: Emily Hindrichs
  • Charlotte, seine Tochter: Judith Thielsen
  • Weseners alte Mutter: Kismara Pessatti
  • Stolzius, Tuchhändler in Armentières: Nikolay Borchev
  • Stolzius' Mutter: Dalia Schaechter
  • Obrist, Graf von Spannheim: Miroslav Stricevic
  • Desportes, ein Edelmann: Martin Koch
  • Pirzel, ein Hauptmann: John Heuzenroeder
  • Eisenhardt, ein Feldprediger: Oliver Zwarg
  • Haudy: Miljenko Turk
  • Mary: Wolfgang Stefan Schwaiger
  • Drei junge Offiziere: Young Woo Kim, Dino Lüthy, Peter Tantsits
  • Die Gräfin de la Roche: Sharon Kempton
  • Der junge Graf, ihr Sohn: Alexander Kaimbacher
  • Andalusierin: Katerina Giannakopoulou
  • Drei Fähnriche: Alexeider Abad Gonzalez, Adrián Castelló, Charles de Moura
  • Madame Roux, Inhaberin des Kaffeehauses: Silke Natho
  • Der Bediente der Gräfin de la Roche: Alexander Fedin
  • Der junge Fähnrich: Ján Rusko
  • Der betrunkene Offizier: Hoeup Choi
  • Drei Hauptleute: Heiko Köpke, Carsten Mainz, Anthony Sandle
  • Offiziere und Fähnriche: Mitglieder des Herren- & Extrachores der Oper Köln und Gäste
  • Orchester: Gürzenich-Orchester Köln

Öffnungszeiten (Kartenservice) der Oper Köln
Kartentelefon: 0221 - 221 28-400
Montag bis Freitag: 10.00 bis 18.00 Uhr
Samstag:                 11.00 bis 18.00 Uhr

Sie möchten vor der Oper noch etwas Essen gehen oder den Abend nach der Oper gemütlich ausklingen lassen? Direkt vor Ort im Stadtteil finden Sie eine große Auswahl an beliebten Gaststätten in Deutz.

Wer für die Oper extra nach Köln angereist ist und vor Ort übernachten möchte, dem stehen zahlreiche Unterkünfte in Deutz zur Verfügung.

Änderungen vorbehalten.

Quelle » Oper Köln im StaatenHaus Deutz

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