Medizinische Versorgung im rechtsrheinischen Köln wird neu aufgestellt
Evangelisches Krankenhaus Kalk und Eduardus-Krankenhaus Deutz bündeln Kompetenzen
Zum 1. Juli 2026 werden das Evangelische Krankenhaus Köln-Kalk (EVKK) und das Eduardus-Krankenhaus Köln-Deutz ihre medizinischen Leistungen gemeinsam neu ausrichten. Dabei werden Kompetenzen gezielt gebündelt und Spezialisierungen weiter ausgebaut, um die medizinische Versorgung der Menschen im rechtsrheinischen Köln langfristig zu sichern und zu verbessern.
Kern der Neuausrichtung ist die Bündelung der Unfallchirurgie und der unfallchirurgischen Notfallversorgung am Standort des EVKK in Kalk. Künftig werden dort die ambulante und stationäre Unfallchirurgie sowie die Versorgung von Notfallpatientinnen und -patienten einschließlich Arbeitsunfällen unter einem Dach zusammengeführt. Die Klinik für Unfallchirurgie und Alterstraumatologie wird von den Chefärzten Univ.-Prof. PD Dr. med. Axel Jubel, der zum 1. Juli 2026 mit seinem Team vom Eduardus-Krankenhaus an das EVKK wechselt, und Prof. Dr. med. Henning Kunter vom EVKK geleitet. Gemeinsam mit der Klinik für Notfallmedizin unter der Leitung von Chefarzt Daniel Boldt stellt dieser neue Bereich in Köln-Kalk eine hervorragend breit aufgestellte Versorgung der Kölnerinnen und Kölner dar.
„Damit stärken wir das EVKK in seiner Rolle als regionales Zentrum für die Versorgung von Notfällen. Gleichzeitig entstehen durch die Bündelung optimale Voraussetzungen für eine enge Verzahnung von Notaufnahme, Diagnostik, Operationssälen und stationärer Behandlung“, so die leitenden Ärzte einhellig. Die erweiterte Notfallversorgung im Kalker Krankenhaus mit der neuen, breiteren unfallchirurgischen Versorgung bietet ein sehr gutes Konzept für Kölner Patientinnen und Patienten. Neben der medizinischen Expertise stehen in der Klinik für Notfallmedizin eine eigene ECMO-Einheit sowie zeitnah ein eigener Computertomograph (CT) zur Verfügung. Das seit Jahren etablierte integrierte Notfallzentrum von Kassenärztlicher Vereinigung und EVKK hilft zudem, Patientinnen und Patienten schnellstmöglich der richtigen Versorgung zuzuführen. Die Klinik für Unfallchirurgie und Alterstraumatologie am EVKK wird mit den modernsten bildgebenden Verfahren und Implantaten ausgestattet sein. Diese erlauben eine hochpräzise, dreidimensionale computergestützte Rekonstruktion komplexer Knochenbrüche, etwa am Becken oder an Gelenken. Ein spezieller Schwerpunkt wird weiterhin auf die Alterstraumatologie gelegt (zertifiziertes Alterstraumatologisches Zentrum: ATZ Köln), um der demografischen Entwicklung Kölns Rechnung zu tragen. Die Klinik ist zum Verletztenartenverfahren (VAV) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zugelassen. Eine Zertifizierung als Regionales Traumazentrum im Traumanetzwerk Köln wird angestrebt.
Für die Patientinnen und Patienten am Eduardus-Krankenhaus in Köln-Deutz bleibt die wohnortnahe Notfallversorgung weiterhin gewährleistet. Die Zentrale Notaufnahme versorgt auch künftig internistische und chirurgische Notfälle rund um die Uhr entsprechend den gesetzlichen und krankenhausplanerischen Vorgaben. Für verletzte Patientinnen und Patienten wurde ein abgestimmtes Verlegungskonzept entwickelt, das eine schnelle und qualitätsgesicherte Weiterbehandlung im EVKK ermöglicht.
Parallel dazu entwickelt das Eduardus-Krankenhaus seine medizinischen Schwerpunkte konsequent weiter. Freiwerdende Operationskapazitäten werden gezielt genutzt, um die Bereiche Wirbelsäulenchirurgie, Sportorthopädie und Arthroskopie sowie Endoprothetik auszubauen. Das bereits etablierte Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax) soll seine überregionale Bedeutung weiter stärken. Darüber hinaus wird die Geriatrie (Altersmedizin) in Deutz kontinuierlich ausgebaut. Damit rückt künftig insbesondere die internistische Versorgung älterer Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit der geriatrischen Fachabteilung in Deutz mit der Alterstraumatologie in Kalk intensiviert.
Die medizinische Neuordnung ist Teil einer gemeinsamen Strategie beider Häuser. Damit reagieren sie auf die Anforderungen der nordrhein-westfälischen Krankenhausplanung und der bundesweiten Krankenhausreform, die eine stärkere Schwerpunktbildung und die Bündelung medizinischer Leistungen vorsehen. Ziel ist es, medizinische Qualität, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen zu stärken.
„Mit der gezielten Schwerpunktbildung schaffen wir leistungsfähige Strukturen, die den Menschen im rechtsrheinischen Köln dauerhaft eine hochwertige medizinische Versorgung sichern. Beide Krankenhäuser entwickeln dabei ihre jeweiligen Stärken konsequent weiter und arbeiten künftig noch enger zusammen“, sagen die Geschäftsführer Frank Dünnwald vom Eduardus-Krankenhaus und Marcus Kirchmann vom EVKK.
Trotz der Spezialisierung bleiben an beiden Standorten sämtliche strukturellen Voraussetzungen für die wohnortnahe medizinische Grundversorgung erhalten. Patientinnen und Patienten profitieren somit sowohl von einer flächendeckenden Notfallversorgung als auch von einer stärkeren Spezialisierung in ausgewählten medizinischen Bereichen.